ODASIA
Marketing11. Juli 20263 Min. LesezeitVon NOVAKI-Autor:in

Die 40.000-Euro-Marktstudie ist tot

Sechs Wochen Laufzeit, ein PDF, das bei Lieferung veraltet ist, und Erkenntnisse, die eine gut geführte KI an einem Nachmittag liefert. Warum kaufen Unternehmen das noch?

Es gehört zu den teuersten Ritualen im Management: Vor der großen Entscheidung wird eine Marktstudie beauftragt. Sechs Wochen später kommt ein PDF, hundert Seiten, gebunden in Zuversicht.

Was selten jemand ausspricht: Ein Großteil dieser Studien besteht aus Sekundärrecherche: öffentlich zugängliche Quellen, gesammelt, sortiert, hübsch formatiert. Genau die Arbeit, die KI heute in Stunden erledigt. Besser, aktueller und beliebig oft wiederholbar.

Das eigentliche Problem ist die Halbwertszeit

Selbst wenn die Studie gut ist: Sie ist ein Foto. Der Markt bewegt sich weiter, das PDF nicht. Die entscheidende Fähigkeit ist nicht, einmal ein Marktbild zu besitzen, sondern es jederzeit selbst aktualisieren zu können.

Diese Fähigkeit kann man nicht einkaufen. Man kann sie nur lernen. Der Grundpfad: den eigenen Suchraum definieren, einen wiederholbaren Recherche-Workflow aufbauen, Quellenprüfung zur Gewohnheit machen, Monitoring automatisieren.

Wofür Berater dann noch gut sind

Für das Urteil, nicht für das Sammeln. Die Einordnung eines Marktbilds, die strategische Konsequenz, das harte Gegenargument: das bleibt Menschenarbeit. Aber das Rohmaterial dafür sollten Sie selbst in der Hand haben, auf Knopfdruck.

Wer 2026 noch fünfstellig für zusammengesammelte Sekundärquellen bezahlt, bezahlt für die eigene Bequemlichkeit.

Weiterlesen

Keine Ausgabe verpassen

Neue Fälle direkt in Ihr Postfach.

Dieser Fall stammt aus dem ODASIA Newsletter. Lesen Sie den nächsten direkt in Ihrem Postfach. Jeden Dienstag, in 5 Minuten gelesen, kostenlos.

Kostenlos. Jederzeit mit einem Klick abbestellbar. Kein Spam.